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Infolge
dessen ereigneten sich auf den Fahrten auch so manche Anekdote.
So
ergab sich zum Beispiel, dass bei künstlich herbeigeführten Überholmanövern
sich gegenseitig ausgeholfen wurde, indem manche Verpflegung von Fahrzeug zu Fahrzeug wechselte. Ja, Ja,
Kameradschaft wurde zu der Zeit sehr groß geschrieben und man kam sich
entgegen, wo man nur konnte.
Katastrophenschutzfahrten
hatten vor allem in der kalten Jahreszeit ihre Tücken. Nach einer
anstrengenden Übungsfahrt machte man sich von Attendorn auf die Rückreise,
bis man auf die Idee kam, man könne ja in Repe in der dort ansässigen
Gastwirtschaft noch ein Bier trinken. Nach dem Bier war man der Ansicht,
man könne auch noch einen kleinen Umweg nach Rieflinghausen in Kauf
nehmen, weil es auch dort eine Kneipe gab. Aus der Ansicht wurde Ernst. Irgendwann
sollte dann doch endlich die Rückreise über Mecklinghausen angetreten
werden. Andere
Gäste warnten jedoch vor diesem Vorhaben, denn auf der Höhe nach
Mecklinghausen würden schätzungsweise anderthalb Meter Schnee liegen.
Da
man aber die Meinung vertrat, man habe ein allradgetriebenes Fahrzeug,
mit welchem man schon zum Ziel durch käme, nahm man diese Warnungen
nicht für bare Münze.
So
näherte man sich der Anhöhe und die Zaunpfähle am Wegesrand waren
nicht mehr zu erkennen. Nach dem Motto, keine Zaunpfähle - keine
Orientierung fuhr man sich in Folge trotz Allrad fest. Nun machte sich
im Schnellgestöber eine gewisse Unruhe breit, da man keine Lösung
fand, dass Fahrzeug frei zu bekommen. Diese offenbar ungemütliche Lage
führte dazu, dass ein Mitglied dieser Runde sich einer höheren Gewalt
zuwandte und erst einmal zum ernsthaften Gebet in der nächsten Waldung
auf die Knie fiel. Von eben dieser Person fielen auch die heute noch
bekannten Worte: "Wir kommen hier nie wieder weg!!!"
Dennoch gab es eine Lösung.
So begaben sich zwei der Mitreisenden auf den Weg nach Rieflinghausen
zurück, um nach
"Schlepphilfe" zu suchen, zumal man schon an die 2 Stunden
festsaß. Der Fußmarsch hatte Erfolg in der Art, das einige Zaunpfähle
wieder gefunden wurden. Damit war auch der Straßenverlauf wieder klar.
Mit frischem Mut ließ man das Wasser aus dem Tank des TLF. Dadurch
wurde der Magirus leichter und kam wieder frei. Nach dem eine mehrere
Meter hohe Böschung hinunter gesaust wurde, konnte die Fahrt doch noch nach Grevenbrück zu
einem guten Ende fortgesetzt werden.
Die
sprichwörtliche Robustheit dieser Fahrzeuge konnte sehr schnell unter
Beweis gestellt werden, als der Magirus im Frühjahr 1968 unentwegt 9
Tage im Einsatz bei den Waldbränden auf der Kuhhelle in Meggen
eingesetzt war. Während
dieses Dauereinsatzes blieb der Schalthebel des Nebengetriebes, über
welches die Pumpe im Heck zugeschaltet werden kann, auf der Stecke,
sprich, - er war kurzerhand abgebrochen.
Aber
man wusste sich Rat. Nach dem Motto, wo ein Waldbrand ist, ist auch
Holz, fand sich ein geeigneter Holzknüppel, der bis zur Instandsetzung
des originalen Schalthebels Ersatzdienst leisten musste und die
restliche Einsatzzeit überdauerte.
Erwähnenswert
ist noch, dass während der trockenen Sommerzeiten die Burg Bilstein,
das Josef-Gockeln-Haus in Rahrbach und andere Institutionen im Amt über
das TLF. mit Gebrauchswasser versorgt wurden.
Ab
1967 war der Magirus für einige Zeit der einzige "Tankwagen"
im Amt Bilstein. Somit musste das Fahrzeug im gesamten Amtsgebiet häufig
bei Einsätzen aushelfen.
Durch
den technischen Fortschritt erhielt der Eckhauber bald ein Funkgeät
eingebaut.
Ein
Runderlass des Innenministeriums vom 16. Juni des Jahres 1978 sah in der Konsequenz eine
Dachbeschriftung in Form des Kennzeichens vor. Sinn war, dass man die
mit Funk ausgestatteten Fahrzeuge aus der Luft erkennen sollte, um mit
ihnen im Ernstfall Kontakt aufnehmen und ggf. leiten zu können. Jene Beschriftung sah
bei "roten" Fahrzeugen eine weiße Schrift vor. Und so kam
erst im laufe des Jahres 1978 das Kennzeichen "OE-8010" auf
das Dach.
Analog
dazu bekam das Fahrzeug im Jahre 1979 die weißen Kotflügel verpasst.
Im
Jahre 1985 wurde der "Deutsche Bulle" aus dem Katastrophenschutz herausgenommen
und durch ein LF16 TS auf Mercedes Basis ersetzt.
Ab
diesem Zeitpunkt wurde das Fahrzeug von der Stadt Lennestadt übernommen
und das Tanklöschfahrzeug verrichtete weiterhin zuverlässig
seinen Dienst bei der Löschgruppe Grevenbrück unter neuem Kennzeichen
(OE-2515).
In
diesem Zeitraum wurden dem Fahrzeug auch die weißlackierten Kotflügel
zu teil, die bei der Feuerwehr Grevenbrück weniger beliebt waren.
Auch
sind eigentlich nur zwei Pannen bekannt. Bei einem Flächenbrand am
Hirtenbergumsetzer platzte auf der Anhöhe ein Öldruckschlauch und auf
einer Katastrophenschutzfahrt in die Eifel streikte beim schalten ein
Druckzylinder der Kupplung, der nach wenigen Kilometern des Abschleppens
in einer kleinen landwirtschaftlichen Werkstatt erneuert werden konnte.
In
1994 wurde der Magirus dann nach 32 Dienstjahren ausgemustert.
Er
wäre längst abgeschafft worden, aber der Wiederstand in der Löschgruppe
veranlasste den Löschgruppenführer, ein Kaufgesuch bei der Stadt Lennestadt zu stellen, welchem auch
entsprochen wurde.
Darauf
hin wurde das Fahrzeug erst einmal längerfristig in der Sauerlandkaserne in Oedingen untergestellt, ohne das mit ihm etwas
nennenswertes passierte.
Als
dann der allmähliche Verfall des Eckhaubers einsetzte, entschloss man
sich, das TLF 16/25 wieder in den Urzustand zurück zu restaurieren. Die
ersten Schritte begannen im Oktober 1999 mit Telefonaten zwecks Ersatzteilbeschaffung für das indes 37 Jahre alte Fahrzeug.
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